Das Tagebuch vom Treck
Höhenprofil des Trecks von Andrin
Von Nepal zurück nach Thailand
Der Januar neigt sich dem Ende entgegen, doch die Homepage hat den Jahreswechsel erst knapp geschafft. Mein Wunsch
wäre es, immer à jour zu sein, damit ihr das mit Text und Bilder miterlebt, was bei uns aktuell ist. Doch dies ist aus 2 Gründen kaum möglich:
Der eine ist, dass der Internetzugang auf unserer Reise viel viel schwieriger ist, als wir gedacht hatten. So wählen wir z.B.extra ein Hotel, das ein Aushängeschild vor der Tür hat: Internet. Doch
dann stellt es sich heraus, dass es soooo langsam ist, dass wir weder skypen noch Bilder noch grosse Texte raufladen und dementsprechend auch hereinkommende Post mit Bildern oder Digitale
Postkarten unmöglich runterladen können. Toni verbrachte schon x, x, Stunden hinter seinem "Freund", dem Laptop. Oft schon arbeitete er 1 Stunde lang online und plötzlich macht es "klick", das
Internet bricht ab und ein Stück Arbeit beginnt von vorne.
Der andere Grund unserer Verzögerung bin sicher auch ich mit meiner eingeschränkten Energiekapazität. Meine Grenzen sind immer noch sehr schnell erreicht und reichen oft nicht aus für den normalen
Familienalltag. Und alles Andere muss warten.
So, nun ist fertig gejammert und gerechtfertigt! Nun will ich euch mitteilen, dass ich euch zu einzelnen Themen oder Erlebnissen im 09 in der Photogalery kleine "Päckli" geschnürt habe. Das Schreiben braucht für mich sehr viel
Energie, das Photografieren etwas weniger. So ergänzen Toni und ich uns gut.
Den Januar starteten wir noch im kalten Nepal, indem wir wunderschöne buddhistische Thempel besuchten, in dem sich auf den Holperstrassen nicht nur Autos, nein, auch Hunde und Kühe
aufhalten und in dem es pro Tag statt 24 nur 8 Stunden Strom gibt. Die Grossstadt Kathmandu ist eine sehr laute, turbulente und farbige Stadt.
Gerne "fliehen" wir am 30. Dez für 2 Wochen ins ruhigere Phokara. Es ist eine etwas ruhigere Stadt, die am Fusse von wunderschönen 8000 - er Bergen und neben einem schönen See liegt.
An diesem Ferienort feiern wir dann auch Andrins und Tonis Geburtstag.
Am 12.1. verlassen wir Nepal und damit auch alle möglichen und unmöglichen "Käfer". Erbrechen und Duchfall gehört nun definitiv der Vergangenheit an und ich atme sehr laut auf! Nach dem Flug zurück nach Bangkok erwarteten wir die schwüle Hitze Thailands. Doch die bleibt aus. Es ist dieses Jahr in Thailand
sehr kalt. Die Thailänder frieren und für uns ist es einfach wunderbar angenehm.
Wiederum leben wir mitten in einer Grossstadt. Doch wir kehren immer wieder ins selbe Hotel, ins Charly house zurück. Der Garten mit dem kleinen Pool und der leisen Musik ist eine Oase, wo wir immer
wieder auftanken können. Am meisten beeindruckt in Bangkok waren wir alle vom neuen, riesigen und in Asien grössten Unterwassermuseum (Aquarium).
Und nun, nach dem vielen Wandern und Frieren, nach der lärmigen Grossstadt und dem turbulenten Treiben wollten wir an einen warmen, ruhigen Beach. Und den haben wir auch wirklich gefunden. Es
entspricht in vielen Punkten meiner Trauminsel. Sie heisst: Koh Phangan, liegt im Golf von Thailand etwa auf Höhe Phuket. Nebst dem weissen Sandstrand, dem Trinken von frischen
Kokosnüssen unter den sich wiegenden Palmen oder dem Schaukeln in den Hängematten. Es wäre alles perfekt, wenn........ Gleich nebenan wird ein Hotel gebaut und somit haben wir viele Stunden am
Tag noise, noise, noise! Zum Glück gibt es da noch das Schnorcheln. Es ist nicht zum Glauben! Im Meer, gleich um die Ecke, vielleicht 30 m vor unserer Haustüre, da gibt es Korallenriffe in allen Farben. Da schwimmen Fische herum, in einer Vielfalt und
Schönheit! So was haben wir noch nie gesehen! Nun fahren wir mit dem Kayak jeden Tag zu viert ein Stück raus, Toni und ich schnorcheln. Die Kinder sitzen mit ihren Schwimmwesten im Böötli und paddeln
umher und kommen ab und zu ins Wasser. Das Eintauchen in diese wunderschöne Unterwasserwelt ist für Toni und mich nach dem grossen Trekk und dem Erreichen des Gokiry (5300) ein weiterer Höhepunkt auf
unserer Reise.
Am 5.2. werden wir Thailand für noch unbestimmte Zeit verlassen. Unser Visum wird an diesem Tag abgelaufen. Wir werden in Malaysia den Dschungel besuchen und sind gespannt, wie lange
wir es dort "aushalten" und was wir alles erleben werden. Wir rechnen nun mal damit, dass das Mailen dort eher schwierig sein wird und die Möglichkeiten sehr beschränkt sind. Somit seid doch
(wiedermal...) auf eine Funkstille unsererseits gefasst.
Stationen des Weges
In Nepal wurden wir mit einer ganz anderen Welt konfrontiert. Dort begegneten wir überall der Armut. Bettlern,
kranken und armen Menschen, Kindern ohne Schuhe und Menschen, die auf der Strasse leben. Wir lebten in einer anderen Welt, eben wie man früher sagte, in der „3. Welt“. Natürlich erlebten wir auch,
wie wir mit Geld einem Teil des einfacheren Lebens in Nepal aus dem Weg gehen konnten. So konnten wir warme Jacken kaufen, in einem teuren Restaurant gut Essen usw. Doch einigem konnten wir trotz
Geld nicht ausweichen. Für uns, die nachher wieder zurück in die „1. Welt“ gehen durften, war dieser Teil sehr gut und lehrreich. Da haben wir durchaus auch ein Stück gelitten, verzichtet und
wurden dankbar für das wenige, das wir hatten. Spannend ist nun einfach, wie schnell man diese Situationen und Erfahrungen vergisst. Oder vielleicht nicht gerade vergisst, nein, viel eher gewöhnen
wir uns 1,2, an die neue Situation, geniessen in Fülle, schimpfen, wenn ein Sandwich nicht genau den Vorstellungen entspricht und die Angst, zu kurz zu kommen, steht ganz oben auf der Liste.
Gerne möchte ich mich in der nächsten Zeit mal mit Toni und den Kindern zusammensetzen und uns gemeinsam zurückerinnern, worauf wir in Nepal verzichten mussten, was dort schwierig war für uns und wo
die grossen Probleme sind in diesem Land. Ich bin echt gespannt, was und wie viel wir da noch nach 3 Wochen abrufen, ins Jetzt holen können.
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Ladina |
Für mich sind die armen Bettler schwierig. Sie wollten immer Geld und Essen vor mir. Ein habe ich mein halbes Brot gegeben. Er hat Freude gehabt. |
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Papa |
Ich konnte nur selten warm duschen. Entweder gar nicht, oder nur kalt. |
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Andrin |
Der Powercut hat mich genervt. Plötzlich wurde der Strom abgeschaltet. Wenn wir auf dem PC einen Film angeschaut haben, dann war es plötzlich fertig. Oder wenn am Abend plötzlich das Licht im Hotel ausgegangen ist und es stockfinster wurde. Papa hat sich genervt, wenn mitten im Senden eines Mails der Computer ausgeschaltet hat und alle Arbeit für die Katze war. Viele Lebensmittel waren dann auch nicht erhältlich. |
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Esther |
Ich habe immer gefroren. Sobald die Sonne untergegangen ist, am Abend beim Nachtessen und nachts im Bett. |
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Esther |
Die Strassen waren so schlecht, dass es uns bei jeder Taxifahrt durchgeschüttelt hat. |
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Alle |
Wir mussten viel zu viel erbrechen und hatten viel zu viel Durchfall und Mama musste chrankenschwösterlen |
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Toni |
Wir mussten fast immer gegen zwei Stunden auf das Essen warten. |
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Andrin |
Es hat viel zu viel Verkehr gehabt und wir waren dauernd auf der Flucht vor den Autos um nicht über den Haufen gefahren zu werden. Die Ritschkafahrer, die Taxifahrer und die Verkäufer haben uns dauern angerempelt und wollten uns etwas verkaufen. |
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Ladina |
Es hat fast nur die oberdofen Plumpsklos gehabt und die waren meist schmutzig. WC-Papier hat es nicht gehabt. |
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Andrin |
Papa und ein Träger kommen ausser Atem und ich renne ihnen locker voraus den Berg hinauf. |
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Andrin |
Am morgen war es in den Lodges eiskalt, bis endlich die Sonne aufging. |
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Esther |
Es berührt mich, wie erfolglos die Kinder in den Schulen unterrichtet, eher gedrillt werden und schlussendlich trotzdem besser Englisch sprechen können als in Thailand. |
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Esther |
Jeder Tropfen Wasser musste aus der Flasche kommen und vieles konnten wir aus hygienischen Gründen nicht essen. Keine Glace, kein Salat und das Bier war unerschwinglich teuer. Trotzdem mussten wir viele Medikamente schlucken. |
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Andrin |
Ich habe mich sehr darauf geachtet, was für Tiere und Pflanzen es gibt, welche wir aus der Schweiz nicht kennen. Die merkwürdigsten Tiere waren eine Art von Eidechse und eine Maus-Eidechse. |
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Toni |
Die Fahrt auf den Strassen haben wir oft als gefährlich erlebt und oft angst gehabt. |
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Esther |
Wegen jedem Seich streiken die Nepalis. |
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Andrin |
Der beste nepalesische Bus ist schlechter als der schlechteste in der Schweiz. |
Ja, so ganz vergessen scheinen die Erlebnisse von Nepal doch nicht zu sein. Und heute, als Andrin wegen Hungers klagte, meinte er selbst, dass es ja nicht so schlimm sei, denn er dürfe ja in einer halben Stunde frühstücken und den Hunger stillen.
Ich wünsche uns allen, dass wir „Nepal“ in uns weiter tragen und diese Erfahrungen uns auch immer wieder wachrütteln.
