Rückblick auf Nepal von Thailand aus
In Nepal wurden wir mit einer ganz anderen Welt konfrontiert. Dort begegneten wir überall der Armut. Bettlern,
kranken und armen Menschen, Kindern ohne Schuhe und Menschen, die auf der Strasse leben. Wir lebten in einer anderen Welt, eben wie man früher sagte, in der „3. Welt“. Natürlich erlebten wir auch,
wie wir mit Geld einem Teil des einfacheren Lebens in Nepal aus dem Weg gehen konnten. So konnten wir warme Jacken kaufen, in einem teuren Restaurant gut Essen usw. Doch einigem konnten wir trotz
Geld nicht ausweichen. Für uns, die nachher wieder zurück in die „1. Welt“ gehen durften, war dieser Teil sehr gut und lehrreich. Da haben wir durchaus auch ein Stück gelitten, verzichtet und
wurden dankbar für das wenige, das wir hatten. Spannend ist nun einfach, wie schnell man diese Situationen und Erfahrungen vergisst. Oder vielleicht nicht gerade vergisst, nein, viel eher gewöhnen
wir uns 1,2, an die neue Situation, geniessen in Fülle, schimpfen, wenn ein Sandwich nicht genau den Vorstellungen entspricht und die Angst, zu kurz zu kommen, steht ganz oben auf der Liste.
Gerne möchte ich mich in der nächsten Zeit mal mit Toni und den Kindern zusammensetzen und uns gemeinsam zurückerinnern, worauf wir in Nepal verzichten mussten, was dort schwierig war für uns und wo
die grossen Probleme sind in diesem Land. Ich bin echt gespannt, was und wie viel wir da noch nach 3 Wochen abrufen, ins Jetzt holen können.
|
Ladina |
Für mich sind die armen Bettler schwierig. Sie wollten immer Geld und Essen vor mir. Ein habe ich mein halbes Brot gegeben. Er hat Freude gehabt. |
|
Papa |
Ich konnte nur selten warm duschen. Entweder gar nicht, oder nur kalt. |
|
Andrin |
Der Powercut hat mich genervt. Plötzlich wurde der Strom abgeschaltet. Wenn wir auf dem PC einen Film angeschaut haben, dann war es plötzlich fertig. Oder wenn am Abend plötzlich das Licht im Hotel ausgegangen ist und es stockfinster wurde. Papa hat sich genervt, wenn mitten im Senden eines Mails der Computer ausgeschaltet hat und alle Arbeit für die Katze war. Viele Lebensmittel waren dann auch nicht erhältlich. |
|
Esther |
Ich habe immer gefroren. Sobald die Sonne untergegangen ist, am Abend beim Nachtessen und nachts im Bett. |
|
Esther |
Die Strassen waren so schlecht, dass es uns bei jeder Taxifahrt durchgeschüttelt hat. |
|
Alle |
Wir mussten viel zu viel erbrechen und hatten viel zu viel Durchfall und Mama musste chrankenschwösterlen |
|
Toni |
Wir mussten fast immer gegen zwei Stunden auf das Essen warten. |
|
Andrin |
Es hat viel zu viel Verkehr gehabt und wir waren dauernd auf der Flucht vor den Autos um nicht über den Haufen gefahren zu werden. Die Ritschkafahrer, die Taxifahrer und die Verkäufer haben uns dauern angerempelt und wollten uns etwas verkaufen. |
|
Ladina |
Es hat fast nur die oberdofen Plumpsklos gehabt und die waren meist schmutzig. WC-Papier hat es nicht gehabt. |
|
Andrin |
Papa und ein Träger kommen ausser Atem und ich renne ihnen locker voraus den Berg hinauf. |
|
Andrin |
Am morgen war es in den Lodges eiskalt, bis endlich die Sonne aufging. |
|
Esther |
Es berührt mich, wie erfolglos die Kinder in den Schulen unterrichtet, eher gedrillt werden und schlussendlich trotzdem besser Englisch sprechen können als in Thailand. |
|
Esther |
Jeder Tropfen Wasser musste aus der Flasche kommen und vieles konnten wir aus hygienischen Gründen nicht essen. Keine Glace, kein Salat und das Bier war unerschwinglich teuer. Trotzdem mussten wir viele Medikamente schlucken. |
|
Andrin |
Ich habe mich sehr darauf geachtet, was für Tiere und Pflanzen es gibt, welche wir aus der Schweiz nicht kennen. Die merkwürdigsten Tiere waren eine Art von Eidechse und eine Maus-Eidechse. |
|
Toni |
Die Fahrt auf den Strassen haben wir oft als gefährlich erlebt und oft angst gehabt. |
|
Esther |
Wegen jedem Seich streiken die Nepalis. |
|
Andrin |
Der beste nepalesische Bus ist schlechter als der schlechteste in der Schweiz. |
Ja, so ganz vergessen scheinen die Erlebnisse von Nepal doch nicht zu sein. Und heute, als Andrin wegen Hungers klagte, meinte er selbst, dass es ja nicht so schlimm sei, denn er dürfe ja in einer halben Stunde frühstücken und den Hunger stillen.
Ich wünsche uns allen, dass wir „Nepal“ in uns weiter tragen und diese Erfahrungen uns auch immer wieder wachrütteln.
